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Kommentar zu den Perikopen des 5. Sonntags in der Osterzeit B - 06. Mai 2012

1. Lesung Apg 9,26-31
Als er nach Jerusalem kam, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen. Aber alle fürchteten sich vor ihm und konnten nicht glauben, dass er ein Jünger war. Barnabas jedoch nahm sich seiner an und brachte ihn zu den Aposteln. Er erzählte ihnen, wie Saulus auf dem Weg den Herrn gesehen habe und dass dieser mit ihm gesprochen habe und wie er in Damaskus mutig und offen im Namen Jesu aufgetreten sei. So ging er bei ihnen in Jerusalem ein und aus, trat unerschrocken im Namen des Herrn auf und führte auch Streitgespräche mit den Hellenisten. Diese aber planten, ihn zu töten. Als die Brüder das merkten, brachten sie ihn nach Cäsarea hinab und schickten ihn von dort nach Tarsus. Die Kirche in ganz Judäa, Galiläa und Samarien hatte nun Frieden; sie wurde gefestigt und lebte in der Furcht vor dem Herrn. Und sie wuchs durch die Hilfe des Heiligen Geistes.

Einen Gesinnungswandel kann sich jemand selbst zulegen, wenn es für ihn nützlich ist. Das ist Opportunismus. Zum Apostelamt muss jedoch die Kompetenz hinzukommen. Sie kann nicht beansprucht werden, sondern sie ist eine Befähigung zur Heilsverkündigung, in der das Wirken Gottes erfahren wird, weil Gott es ermöglicht. Das weiß ein Apostel nicht nur. Er kann es durch sein Wirken nachweisen. Die Frage nach der Kompetenz zur Heilsverkündigung heute, wir mit der „Sendung“ durch die Kirche beantwortet. Sie ist eine kirchenrechtliche Formalität. Deshalb kann sie auch „durch den Rost fallen“ und nichts bewirken. Dieses Defizit soll durch Inszenierungen kompensiert werden. Eine „Event-Kirche“ löst unernste Aufmerksamkeit aus, aber kein Verständnis. Ohne Verständnis aber gibt es keine Gemeinsamkeit.

2. Lesung 1 Joh 3,18-24
Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.
Daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, und werden unser Herz in seiner Gegenwart beruhigen. Denn wenn das Herz uns auch verurteilt - Gott ist größer als unser Herz und er weiß alles. Liebe Brüder, wenn das Herz uns aber nicht verurteilt, haben wir gegenüber Gott Zuversicht; alles, was wir erbitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und tun, was ihm gefällt. Und das ist sein Gebot: Wir sollen an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie es seinem Gebot entspricht. Wer seine Gebote hält, bleibt in Gott und Gott in ihm. Und dass er in uns bleibt, erkennen wir an dem Geist, den er uns gegeben hat.

Wenn Tat und Wahrheit zusammengehen, ist kein Zweifel mehr möglich. Die Nächstenliebe ist dann nicht nur das „größte Gebot“, sondern eine Qualität des ausgezeichneten und gerechtfertigten Umgangs miteinander. Vermutlich haben auch die ersten Christen die Nächstenliebe nicht als Dauerzustand (Kontinuum) vollbracht und erfahren, so dass sie auch Zweifel bekamen. Das „Herz verurteilte“ sie.
Wenn das Herz aber nicht verurteilt, gibt es dafür einen Grund: Das Verhältnis zu Gott und die dadurch ermöglichte Nächstenliebe. Ist die Praxis gerechtfertigt, bleibt der Mensch in Gott, weil Gott zuvor schon in ihm ist. Ein Gottesverhältnis kann sich anders nicht erweisen.

Evangelium Joh 15,1-8
Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Das Gleichnis vom Weinstock und Reben veranschaulicht das – beiderseitige – Gottesverhältnis.
Wo wir von einem Ver-hältnis sprechen, spricht das Johannesevangelium vom In-sein. Beides bezeichnet dauernde Verbundenheit.
„Fruchtbringen“ ist der Übergang von Möglichkeiten zu deren Verwirklichung.
Wie der Weinstock nicht ohne Reben ist und Reben nur Frucht bringen können, wenn sie am Weinstock bleiben, so kann der Mensch nur werden, was er werden soll, wenn er das Menschsein Gottes weitergibt. Die Frucht ist das Symbol der Weitergabe dessen, was geworden ist. In jeder Situation ist die Weitergabe durch Umgang und Sprache möglich und sie erweist sich in der Übereinstimmung. Mehr ist nicht möglich. Bis dahin dauert die vorgegebene Abgrenzung an.

• Das Wirken des Auferstandenen zeigt sich dadurch, dass er Menschen befähigt, etwas völlig Unerwartetes zu tun, das vielen zugutekommt. Wenn es an solchen Autoritäten fehlt, liegt das nicht am fehlenden Wirken Gottes, sondern an fehlenden Voraussetzungen in den Geisteshaltungen der Menschen und sozialen Verhältnissen. Jeder muss darum besorgt sein, jene Voraussetzungen zu schaffen, die für das Zusammenleben förderlich sind.
5.5.12 09:27


Kommentare zu den Evangelien der 4. Osterwoche - 30. Apr. bis 05. Mai 2012

Montag, 03. Apr.
Joh 10,1-10
Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Für jeden Menschen geht es um die Verwirklichung der höchstbedeutsamen Möglichkeit, um „das Leben in Fülle“. - Wer aber gibt ihm die Fähigkeit, das zu können? Fehlende Möglichkeiten kann nur der geben, der sie hat: Gott, der sie mit seinem Menschsein mitteilt.
„Ich bin die Tür“, besagt: Die prinzipielle Grenze zwischen Gott und Welt kann nur von Gott geöffnet werden.

Dienstag, 01. Mai
Joh 10,22-30
Um diese Zeit fand in Jerusalem das Tempelweihfest statt. Es war Winter, und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab. Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

Worte und Taten Jesu geben zu erkennen, wer er ist. Die Reaktion derer, die ihn erleben, geben zu erkennen, wer sie sind. Ob sie zu ihm gehören wollen oder nicht, können nur sie selbst bestimmen. Das Problem des Menschen ist seine Willensverfassung. Davon hängt es ab, ob er das Erkannte bejaht oder nicht.

Mittwoch, 02. Mai
Joh 12,44-50
Jesus aber rief aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten. Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag. Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

Glaube als Wille zur Verbundenheit zeigt dem Glaubenden die Bedeutung seines Glaubens. Immer vermag der Mensch Unterschiede zu erkennen und daraus Folgerungen zu ziehen. Wie sich die Aussagen Jesu zu den Interessen seiner Hörer verhalten, kann darum jeder erkennen.

Donnerstag, 03. Mai – Apostelfest Philippus und Jakobus
Joh 14,6-14
Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke!
Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

Ein Verhältnis zu Gott kann nur durch das Menschsein Gottes möglich sein. Als Wesen der Möglichkeiten soll jeder zur Verwirklichung der größten Möglichkeit fähig werden. Die Fähigkeiten muss es unabhängig vom geschaffenen Menschen im ungeschaffenen Menschsein Gottes geben. Sie werden jedem angeboten: „Wer an mich glaubt, wird die Werke vollbringen, die auch ich vollbringe und er wird noch größere vollbringen. Denn ich gehe zum Vater.“ Das Verhältnis zum Auferstandenen zeigt sich an der Überbietung dessen, was die Menschen zunächst erreichen konnten. – Wie jedes gesellschaftliche System hält auch die Kirche an der Durchschnittlichkeit ihrer Mitglieder fest. Das spricht dafür, dass die Prägungen des Gefühlshaushalts (des „Bauchgefühls“) für ausreichend und maßgeblich gehalten werden. Was darüber hinausgeht, muss in seiner Bedeutung erkannt werden. Das kommt der Urteilskraft zu. Doch sie ist wenig gefragt. Jesus tadelte seine Hörer, weil sie „die Zeichen der Zeit“ nicht beurteilen wollten, obgleich es ihnen möglich war, die Zeichen für das kommende Wetter zu deuten.


Freitag, 04. Mai
Joh 14,1-6
Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Angst hat Ratlosigkeit zur Folge. Dadurch fehlen den Menschen die Antworten auf die Frage, was sie „machen“ und wie sie leben sollen.
Beendet werden kann die Ratlosigkeit durch Entschlossenheit. Sie ist als Akt der Selbstbestimmung eine riskante Antwort auf die Frage: Was für ein Mensch willst du sein? Das Risiko kann nur dadurch vermieden werden, dass es eine Konsonanz zwischen dem Menschen und dem der Weg, Wahrheit und Leben ist, gibt. Sie soll im Gebet gebildet werden. Doch das Gebet wird nicht selten vom funktionalen Zweckdenken um seine Wirkung gebracht.

Samstag, 05. Mai
Joh 14,7-14
Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

Die Bitte im Namen Jesu sucht nach Einsicht in die Wahrheit, die im Menschsein Gottes liegt. Denn ohne sie zu kennen, ist es unmöglich, eine gerechtfertigte Antwort auf die Existenzfrage zu geben. Die Antwort ist die Lebensweise der Menschen, weil sie dadurch zeigen, was für Menschen sie sind,
29.4.12 16:52


Kommentar zu den Perikopen des 4. Ostersonntags B - 29. April 2012

1. Lesung Apg 4,8-12
Da sagte Petrus zu ihnen, erfüllt vom Heiligen Geist: Ihr Führer des Volkes und ihr Ältesten! Wenn wir heute wegen einer guten Tat an einem kranken Menschen darüber vernommen werden, durch wen er geheilt worden ist, so sollt ihr alle und das ganze Volk Israel wissen: im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. Durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch. Er (Jesus) ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.

Der Gelähmte ist einerseits von den Aposteln geheilt worden. Ohne sie wäre das nicht geschehen. Andererseits haben sie das Wirken des Auferstandenen vergegenwärtigt. Denn das ist ihr Auftrag. Sie erkennen sein Wirken an ihren konstitutiven Fähigkeiten, die sie ohne seine Auferstehung nicht haben könnten. Ihr Wirken aber löst bei den religiösen Autoritäten nur die Offenbarung ihres Interesses aus: Sie unterdrücken weiterhin alles, was nicht in ihr Konzept passt. Wer Macht hat, fragt meistens nicht nach der Berechtigung ihrer Ausübung. Das könnte Zweifel auslösen und die Macht schwächen.

2. Lesung 1 Joh 3,1-2
Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

Das Selbstverständnis der Christen: „Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es“, muss ein praktisches Fundament haben. Was sie sind, müssen sie auch verwirklichen können. Sie müssen sich als liebende Menschen dadurch erweisen, dass sie füreinander immer wieder neue Lebensmöglichkeiten verwirklichen konnten. Mehr ist nicht möglich.

Evangelium Joh 10,11-18
Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

„Das Leben hingeben“, ist im Lateinischen eine Redewendung und bedeutet, Lebensmöglichkeiten eröffnen. Ein Hirt füttert seine Schafe nicht, sondern führt sie dorthin, wo das Futter wächst.
Die Menschen haben das Menschsein Gottes nötig, damit sie werden können, was sie in jeder Hinsicht sein sollen. Dann muss ihnen allenfalls noch gesagt werden, wie sie leben müssen, um das Menschsein Gottes zur Wirkung kommen zu lassen: Sie müssen ihr Miteinander kultivieren. Das hat in der Urkirche begonnen. Warum die Kirche sich häufig von ihrem Wesen entfernt hat, kann man zwar wissen, aber die Kirche ist nicht besser als die Menschen, die dazugehören.

• Begründungen erstrecken sich nicht allein auf Aussagen, sondern auch auf das eigene Verstehen. Wer etwas verstanden hat, kann die Bedeutung nennen und sie aus Gründen und Zielen rechtfertigen, bzw. verteidigen.
28.4.12 09:25


Das war ein großer Irrtum

Aber jetzt ist alles klar. Bisher konnte man meinen, Jesus habe sein „Blut für alle vergossen“. Er hat es aber nur für viele vergossen. Also nicht für alle. Warum hat man das vorher nicht gewusst? Man hat sich wohl gedacht, Gott kenne keine Vorbehalte in seiner Selbstmitteilung. Denn dann müsste er Grenzen ziehen. Jede Grenze aber entsteht durch eine Negation. Gott ist also doch ein Neinsager. Wenigstens das haben die Menschen dann mit ihm gemeinsam.
Wie gut, dass wir einen Heiligen Vater haben, der weiß, was Jesus gesagt hat und was deswegen wahr und was falsch ist.
Schon Professor Ratzinger wusste vieles besser als seine Kollegen.
26.4.12 09:50


Zur Leserumfrage des "Christ in der Gegenwart" im April 2012

„Worüber in der Kirche geredet werden muss“

1. Brennen die Anliegen, die die Pfarrer-Initiative in Österreich vorbringt, vielen Gläubigen auf den Nägeln?
• Wer kennt sie überhaupt? Gehorsamsverweigerung als Protest ist naiv. Sie hat den Zweck der Abgrenzung, aber kein Ziel. In einer imperialen Kirche ändert sich erst etwas, wenn die Interessen der Adressaten verblassen.

2. Schaden die vielfältigen Forderungen nach Reformen bei uns der Einheit der Weltkirche?
• Um welche Forderungen geht es eigentlich, wenn die Bedeutung der Kirche den meisten Getauften nicht bekannt ist? Wer sagt überhaupt, was einem Menschen fehlt, der sich nicht für die Kirche interessiert?

3. Gibt es zur Zusammenlegung von Gemeinden aufgrund des Priestermangels heute Alternativen?
• Einen Verzicht auf Zusammenlegung. Für einen Pfarrer ändert sich mit der Größe des Territoriums allenfalls die Verwaltung geringfügig. Sein Arbeitspensum begrenzt sich von selbst.

4. Muss die Kirche vor Ort bleiben?
• Das bestimmen die Getauften durch ihre Interessen und das entsprechende Verhalten.

5. Schadet es der Liturgie, wenn Priester viele Gottesdienste an einem Wochenende feiern müssen?
• Wird die Liturgie vom Priester inszeniert? Sie ist weithin eine vorgeschriebene Inszenierung, an der die „Besucher“ passiv teilnehmen, wenn sie nicht eben einmal singen. Von einer „participatio actuosa“ ist nichts zu bemerken.

6. Sind Wortgottesdienste mit Kommunionempfang am Sonntag eine Alternative zur Eucharistiefeier, wenn kein Priester zur Verfügung steht?
• Was fehlt bei einer Wortverkündigung ohne Kommunion-Empfang? Beide Weisen der Verkündigung sind wie kommunizierende Röhren gleichbedeutsam. Der Sakramentalismus entspringt funktionalem Denken. („Ich ‚brauche‘ das.“)

7. Sollte die sogenannte Laienpredigt auch offiziell möglich sein?
• Es ist nicht entscheidend, ob ein Laie oder ein Ordinierter predigt, sondern ob in menschlicher Sprache Gottes konstitutive Wahrheit mitgeteilt wird. Das ist auch in der Predigt der Ordinierten fraglich, wenn die Bedeutung des Wirkens Gottes nicht zu erkennen gegeben wird.

8. Können neue Zugangswege zum Weiheamt die Probleme der katholischen Kirche lösen?
• Die Probleme liegen im Selbstverständnis der Getauften, wenn sie über die Bedeutung eines Gottesverhältnisses kaum etwas sagen können.

9. Sollten wiederverheiratet Geschiedene offiziell zum Kommunionempfang zugelassen werden können?
• Auch wiederverheiratet Geschiedenen schenkt Gott sein unvergängliches Menschsein, damit sie es annehmen. Das Lehramt sollte, das Problem des Scheiterns mit dem Heilsverständnis klären.

10. Braucht es neue Gottesdienstformen, um auch jüngere Milieus anzusprechen?
• Die Gottes-‚Dienste‘ geben ihre Bedeutung nicht zu erkennen. Wodurch aber kann man die Bedeutung kennenlernen? Ohne Wissen um die Bedeutung ist kein Interesse möglich. Ermöglicht die Patchwork-Liturgie überhaupt die Erfahrung dessen, was sie vergegenwärtigen soll: Gemeindebildende Interessen?

11. Müssen die Gläubigen in der katholischen Kirche auf allen Ebenen besser an Entscheidungen beteiligt werden?
• „Tiefer hängen“! – Regelungen mögen immer wieder erforderlich sein und die „Sitzungs-Kirche“ lässt sich immer wieder fortsetzen.
Eine Entscheidung ist entweder gerechtfertigt und dann einmalig oder sie ist verfehlt. Zudem ist eine Entscheidung eine persönlicher Entschluss, das Letztverbindliche zu ergreifen. Wenn andere „ent-scheiden“, bestimmen sie etwas.
Kennzeichnend für die „Gläubigen“ ist nicht ihre Aufgeschlossenheit, sondern die zählebige Durchschnittlichkeit ihrer Interessen und Verhaltensweisen.
25.4.12 10:00


Was offenbart uns der Koran?

Was wären wir ohne den Koran? Müssten wir uns mit den Offenbarungsurkunden abfinden, die wir im Alten und Neuen Testament haben, weil ihnen der entscheidende Nachtrag zur Offenbarung Gottes fehlt? Es Nachtrag könnte nur darin bestehen, dass verdeutlicht wird, was schon immer im Spiel war, aber bis dahin niemand richtig verstanden hat.
So viel ist sicher: Offenbarung als Selbstmitteilung Gottes hat von Gott her keinen Anfang. Er hat sich schon immer mitgeteilt. Das Problem liegt bei Adressaten seiner Selbstmitteilung. Woran erkennt er, dass er es mit Gott nicht nur in der Hinsicht zu tun hat, wie er Gott vom Begriff her versteht, sondern jeweils neu in der Geschichte? Das zu zeigen, ist die Aufgabe der Theologie. Aber sie ist auf eine Anthropologie (Lehre vom Menschsein) festgelegt, die von der Geschichte überholt ist. Wissenschaften, die sich mit der Gegenwart beschäftigen, hinken hinter der Wirklichkeit her, weil sie das neue Material enthält.
In der Religion geht es um die Beantwortung der Frage: Wie muss der Mensch leben, damit er wird, was er in jeder Hinsicht sein soll. Die Antwort liegt oder fehlt im Selbstverständnis. Das Selbstverständnis muss gebildet werden und die Frage nach dem Letztbedeutsamen immer vor Augen haben. Wenn das Letztbedeutsame das „Paradies“ sein soll, das sicherlich „schöner“ ist, als man es sich gedacht hat, ist eine solche Auffassung schlichtweg naiv. Denn sie bedenkt die Voraussetzungen im Bewusstsein nicht, um das „Paradies“ als solches zu erkennen. Es bliebe immer noch denkbar, dass dem Gläubigen etwas als Paradies vorgetäuscht worden ist. Aber er „glaubt alles“.
Alle Menschen leben mit der Frage, wer sie jeweils sein sollen. Sie kommen aber auch nicht an der Frage vorbei, wer sie in jeder Hinsicht sein sollen. Die Antwort müssen sie nicht nur kennen, sondern auch zustande bringen. Für den Christen heißt sie Antwort: Er soll sein können, worüber hinaus er nichts Bedeutsameres sein kann, nämlich Anderen zur Verwirklichung jener Möglichkeiten zu verhelfen, die er allein nicht findet und sich dann von ihm übertreffen zu lassen. Denn erst das ist ein Gewinn im Miteinander, wenn man mit Menschen zusammenleben kann, die uns etwas voraushaben. Für „Erfolgreiche“, die meistens nicht von ihrer Rechthaberei abzubringen sind, ist dieses Sicht nicht zu ertragen. Wie könnten wir aber von Anderen profitieren, wenn sie uns nichts voraushaben? Wenn Gott jedoch sein ursprüngliches Menschsein so mitteilt, dass jeder, der es annimmt, auch werden kann, was er sein soll, ist Pastor Holzauge nicht durch den Koran darauf gekommen, sondern durch das Evangelium. Aber er wird den Koran daraufhin lesen, ob er das Gleiche sagt. Aber die unvereinbaren Offenbarungsbegriffe im Koran und im Evangelium lassen das nicht zu. Gibt es keine Inkarnation, ist jede religiöse Idee ein Schwindel. Was sagt der Koran aber über die Inkarnation des dreifaltigen Gottes?
20.4.12 10:21


Kommentar zu den Evangelien der 3. Osterwoche - 23-28.04.2012

Montag, 23. April
Joh 6,22-29
Am nächsten Tag sah die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, dass nur noch ein Boot dort lag, und sie erfuhren, dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass die Jünger allein abgefahren waren. Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten. Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?
Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Gott verschenkt sein ursprüngliches Menschsein so, dass der Mensch werden kann, was er in jeder Hinsicht sein soll. Es muss jedoch eine Übereinstimmung geben zwischen dem, was der Mensch sein will und dem, was er sein soll. Um sein zu können, was er sein soll, muss er sich von dem befähigen lassen, in dem das Sollen seinen Ursprung hat. Das ist der Gottmensch Jesus von Nazareth. Er verschenkt sein göttliches Menschsein. Er ist „das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.“

Dienstag, 24. April
Joh 6,30-35
Sie entgegneten ihm: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Wer das Menschsein Gottes annimmt, „wird nie mehr hungern und nie mehr Durst haben.“
Wie wir leben müssen, um das Menschsein Gottes anzunehmen, bezeichnen wir mit „Nächstenliebe“. Der Nächste weiß sich geliebt, wenn er sein kann, was er sein will und sein soll. Mehr kann niemand für ihn tun, als ihm dazu verhelfen.

Mittwoch, 25. April
Mk 16,15-20
Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden. Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.

Das Bedeutsamste, was wir zu hören bekommen können, wird als Evangelium bezeichnet.
Die Verkündigung des Evangeliums ist jedoch nicht mit der Information abgeschlossen, sondern sie besteht in der Konstitution, in der „Bekräftigung“ der Verkündigung, also der Befähigung, sein zu können, was den Menschen gesagt wird.
Der Erfolg der Verkündigung hat seinen Grund nicht in pastoralen Umständen, sondern von dem, der die Vollmacht erteilt hat, weil ihm alle Macht gegeben ist. Da menschliche Praxis von Bedingungen abhängig ist, muss es durchaus pastorale Voraussetzungen geben.

Donnerstag, 26. April
Joh 6, 44-51
Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) für das Leben der Welt.

Da die Selbstmitteilung Gottes nicht aufhört, werden „alle Schüler Gottes sein.“ Die Freiheit der Menschen nimmt deshalb zu. Als solche werden sie sich immer wieder neu in der Geschichte verstehen und verhalten. Anderenfalls würden sie nichts Neues können. Es ist der Sinn der Freiheit, Neues vollbringen zu können.

Freitag, 27. April
Joh 6,52-59
Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit. Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

Im Menschsein Gottes ist alles verwirklicht, was der Mensch sein soll. Aus Gottes Menschsein gehen unsere Möglichkeiten hervor. Sie zu erkennen, ist von weiterführenden Fragen abhängig. Sie zu finden, ist vom Umgang miteinander abhängig. Im Umgang können Lebensmöglichkeiten eröffnet, aber auch verschlossen werden.

Samstag, 28. April
Joh 6,60-69
Viele seiner Jünger, die ihm zuhörten, sagten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören? Jesus erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

Auch eine klare Erkenntnis führt nicht zur Einwilligung in das Erkannte, solange der Wille die Erkenntnis beherrscht. Das Wissen sieht auf die Möglichkeiten. Ihre Verwirklichung ist Sache des Willens. In der Erkenntnis spricht sich das Sein durch die Wahrheit in seiner ersten Kategorie aus. Im Willen wirkt sich das Sein in der Kategorie des Guten, bzw. der Affirmation aus. Weil die Affirmation sich auf die Erkenntnis ausgewirkt hat, kann Petrus sagen: „Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“ Das ursprüngliche Wirken Gottes nennen wir den „Vater“. Er teilt sich im Sohn so mit, dass der Wille der Erkenntnis zeigt, wer Jesus seinem Wesen nach ist.
22.4.12 17:03


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